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Methodische Anmerkungen

Zur Datenlage und Validität der Ergebnisse

Abschnitt A: Ausländische Studierende, Studienanfänger und Absolventen in Deutschland

Informationen zu ausländischen Studierenden, Studienanfängern und Absolventen entstammen der amtlichen Hochschulstatistik, der EU-Statistik zum ERASMUS-Programm, den internationalen und DAAD-Statistiken zu Transnationalen Bildungsprojekten, den DZHW-Studienabbruchberechnungen sowie den Untersuchungen des DAAD, des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge, des Instituts der deutschen Wirtschaft und der OECD zum Verbleib ausländischer Absolventen in ihren Studienländern.

Die Daten der amtlichen Hochschulstatistik werden von den Hochschulen, die zur Erhebung und Lieferung der Daten nach vorgegebenen Formaten gesetzlich verpflichtet sind, durch die Hochschulverwaltungen generiert. In Bezug auf die abgelegten Prüfungen werden von der amtlichen Hochschulstatistik allerdings nur Abschlussprüfungen erfasst. Vor- und Zwischenprüfungen werden nicht erhoben. Die von den Hochschulen bereitgestellten Daten zu Studierenden, Studienanfängern und Absolventen werden von den Statistischen Landesämtern kontrolliert und plausibilisiert. Dabei gibt es für wenige Bereiche keine ausreichende Datenvalidität. Dies ist oftmals auf unterschiedliches, nicht regelkonformes Verwaltungshandeln einzelner Hochschulen zurückzuführen. Die Statistischen Landesämter geben eine festgelegte Auswahl der von ihnen geprüften und aufbereiteten Daten an das Statistische Bundesamt weiter.

Die Darstellung der Herkunftsländer der verschiedenen Studierenden- und Wissenschaftlergruppen an deutschen Hochschulen nach Erdteilen und Regionen entspricht im Wesentlichen der von der DFG verwendeten Systematik "Länder der Erde". Abweichend von diesen Vorgaben werden die Länder Griechenland und Türkei nicht West-, sondern Osteuropa zugeordnet.
Die EU veröffentlicht jährlich Statistiken zu den Teilnehmerzahlen des ERASMUS-Programms. Der dabei verwendete ISCED-Fächergruppenschlüssel weicht von dem der deutschen Hochschulstatistik ab, sodass studienfachbezogene Daten nicht direkt vergleichbar sind.

Der Studienabbruch unter den Bildungsausländern wurde nach einem am DZHW entwickelten Kohortenvergleichsverfahren berechnet. Als Studienabbrecher werden dabei jene ehemaligen Studierenden verstanden, die durch Immatrikulation ein Erst- oder Masterstudium an einer deutschen Hochschule aufgenommen haben, dann aber das deutsche Hochschulsystem ohne ersten Hochschulabschluss bzw. ohne Masterabschluss verlassen. Fach- und Hochschulwechsler innerhalb Deutschlands gehen nicht in die Berechnung der Abbruchquote ein. Allerdings gelten auch jene Bildungsausländer als Studienabbrecher, die ursprünglich ein Erst- oder Masterstudium mit Abschlussabsicht in Deutschland aufgenommen haben, dann aber an eine Hochschule ins Ausland, z. B. in ihrem Heimatland, wechseln und dort ihr Studium erfolgreich abschließen. Bei der Berechnung der Studienabbruchquote mittels eines Kohortenvergleichs wird ein Absolventenjahrgang mit den korrespondierenden Studienanfängerjahrgängen ins Verhältnis gesetzt. In die Analyse des Studienabbruchs wurden nur jene Bildungsausländer einbezogen, die einen Bildungsabschluss an einer deutschen Hochschule anstreben. Studierende, die zu einem ERASMUS-Aufenthalt oder einem anderweitigen temporären Studienaufenthalt in Deutschland weilen, sind ausgeschlossen.

Zum Verbleib ausländischer Studierender in Deutschland nach dem Studienabschluss stehen drei Untersuchungen zur Verfügung. Eine OECD-Studie aus dem Jahr 2011, eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) sowie eine Studie des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF). Die ersten beiden Studien beruhen auf Daten bzw. Adressbeständen des Ausländerzentralregisters (AZR) und beziehen sich deshalb nur auf ausländische Studierende aus Drittstaaten, d. h. Staaten, die nicht zum Europäischen Wirtschaftsraum zählen (alle Staaten außer den EU-Staaten, der Schweiz, Liechtenstein, Norwegen und Island). Die IW-Studie hingegen beruht auf Daten des Mikrozensus und bezieht daher auch EU-Ausländer mit ein. Alle drei Studien unterscheiden sich in Bezug auf die betrachteten Zeiträume, die Berechnungsmethoden zum Verbleib sowie in Bezug auf die Definition der betrachteten Stichprobe und gelangen daher auch zu unterschiedlichen Bleibequoten. Die von BAMF und IW ermittelten (höheren) Quoten erscheinen dabei belastbarer als die von der OECD-Quote, da sie sich auf längere und aktuellere Berechnungszeiträume beziehen.

Abschnitt B: Deutsche Studierende im Ausland

Informationen zu deutschen Studierenden im Ausland entstammen der amtlichen Hochschulstatistik, der DAAD-Statistik zum ERASMUS-Programm und verschiedenen Studierenden- und Absolventenbefragungen.

Die einzige Datenquelle zur Abschätzung der abschlussbezogenen Auslandsmobilität stellt bislang die jährliche Veröffentlichung "Deutsche Studierende im Ausland" des Statistischen Bundesamtes dar. Bei den darin aufgeführten Studierendenzahlen handelt es sich je nach Land um eine mehr oder weniger starke Überschätzung der Auslandsstudierenden mit Abschlussabsicht, da teilweise auch temporär mobile Studierende in den Daten enthalten sind. Eine hilfreiche Ergänzung sind daher die ab dem Studienjahr 2008 von DESTATIS erhobenen Daten zu den deutschen Absolventen im Ausland, die allerdings für deutlich weniger Länder verfügbar sind als die Studierendenzahlen.

Da zur Gesamtheit der temporären studienbezogenen Auslandsaufenthalte deutscher Studierender bislang keine amtlichen Statistiken vorliegen, kann diese bislang nur mithilfe von Studierenden- und Absolventenbefragungen abgeschätzt werden. Offizielle Daten stehen nur zum Teilbereich der temporären Studien- oder Praktikumsaufenthalte im Rahmen des ERASMUS-Programms der EU zur Verfügung. Als zentrale Datenbasis für die Abschätzung der temporären studienbezogenen Auslandsmobilität werden daher in "Wissenschaft weltoffen" die Ergebnisse der DAAD/DZHW-Mobilitätsstudie verwendet. Hierbei handelt es sich um die bislang einzige regelmäßige Befragung, die sich speziell mit der Auslandsmobilität deutscher Studierender beschäftigt. Durch den Erhebungsmodus dieser Befragung (Online-Befragung) können zudem Studierende mit einbezogen werden, die sich zum Zeitpunkt der Befragung im Ausland befinden. Ergänzt werden diese Befunde um Daten aus anderen Studierendenbefragungen wie der Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks (insbesondere bei der Betrachtung längerfristiger Entwicklungen), dem Studierendensurvey der Universität Konstanz und den Absolventenstudien des DZHW, des International Centre for Higher Education Research Kassel (INCHER) und des Bayerischen Staatsinstituts für Hochschulforschung und Hochschulplanung (IHF).

Abschnitt C: Internationale Mobilität von Studierenden

Informationen zur internationalen Mobilität von Studierenden entstammen den entsprechenden Statistiken zur studentischen Mobilität der OECD und der UNESCO sowie der EU-Statistik zum ERASMUS-Programm und einer internationalen Befragung mobilitätsinteressierter Studierender im Auftrag des DAAD.

Mithilfe der Datenbasis der OECD und der UNESCO können die Incoming- und Outgoing-Ströme international mobiler Studierender für viele Staaten ausgewiesen und gegenübergestellt werden. Dem Vergleich werden zumeist die OECD-Angaben zu den ausländischen Studierenden, d. h. jenen Studierenden, die nicht über die Staatsbürgerschaft des Gastlandes verfügen, zugrunde gelegt. Für einige Länder, z. B. für die USA, stehen solche Daten nicht zur Verfügung. Deren Werte beziehen sich auf Studierende, die ihren Wohnsitz vor Studienaufnahme nicht in dem betreffenden Land hatten.

Die Daten der OECD und der UNESCO, die laufend nachjustiert werden, sind für internationale Vergleiche geeignet und valide, auch wenn nicht alle Staaten der Welt entsprechende Daten bereitstellen. Die Zahlen der OECD-Datenbasis zu bestimmten Sachverhalten weichen meistens von entsprechenden Daten der nationalen Statistiken ab. So ist z. B. die Zahl der Studierenden in Deutschland in der OECD-Datenbasis i. d. R. höher als in der deutschen amtlichen Hochschulstatistik, weil nach der ISCED-Klassifikation Ausbildungsorganisationen, die in der deutschen Statistik dem Berufsbildungsbereich zugerechnet werden, bei der OECD-Statistik dem Hochschulbereich zugeordnet werden.

Die Daten zu den Transnationalen Bildungsprojekten (TNB) deutscher Hochschulen im Ausland basieren auf den Meldungen der Hochschulen gegenüber dem DAAD. Durch seine Förderprogramme überblickt und erfasst der DAAD den größten Teil deutscher TNB-Angebote. Dabei wird hier in erster Linie auf die Projekte aus dem DAAD-Programm "Studienangebote deutscher Hochschulen im Ausland" Bezug genommen, das seit 2001 aus Mitteln des BMBF finanziert wird. Die hier vorgestellten Daten bilden demnach einen wesentlichen Teil, aber nicht das gesamte TNB-Engagement deutscher Hochschulen ab.

Abschnitt D: Ausländische Hochschulangehörige in Deutschland sowie die geförderten Auslandsaufenthalte von deutschen und ausländischen Wissenschaftlern

Informationen zum ausländischen Personal an deutschen Hochschulen entstammen der amtlichen Hochschulstatistik, die Informationen zur geförderten temporären Wissenschaftlermobilität dagegen aus einer Umfrage unter den relevanten Förderinstitutionen.

Im Rahmen der Personalstatistik wird seit 2006 wieder die Staatsangehörigkeit des wissenschaftlichen und künstlerischen Personals an den deutschen Hochschulen von der amtlichen Statistik erfasst. Damit sind Angaben zu den Herkunftsländern der Hochschulmitarbeiter verschiedener Statusgruppen möglich. Aktuell können die entsprechenden Daten für die Jahre 2006-2012 ausgewiesen werden. Seit 2008 sind alle Bundesländer in der Lage, diese Daten vollständig zu erheben.

Die Daten- und Informationslage zu temporären Forschungs- und Lehraufenthalten von deutschen Wissenschaftlern im Ausland und ausländischen Wissenschaftlern in Deutschland ist nach wie vor lückenhaft und ausbaubedürftig.

Es gibt keine Institution in Deutschland, die Daten zum Wissenschaftleraustausch zentral, d. h. auf Bundes- oder Länderebene, nach einheitlichen Kriterien und Merkmalen erfasst und aufbereitet.

Von den zahlreichen Wissenschaftsorganisationen, die entweder speziell Wissenschaftlermobilität fördern oder Forschung finanzieren, in deren Rahmen Wissenschaftlermobilität stattfindet, verfügen nicht alle über Statistiken, die Grundlage für eine institutionsübergreifende Statistik sein könnten. Allerdings erfassen auch viele Wissenschaftsorganisationen ihre Förderungen statistisch sehr differenziert. Nicht immer werden diese Daten dann von den verschiedenen Institutionen nach organisationsübergreifend ab-gestimmten Definitionen und Schlüsseln erhoben und aufbereitet. Das erschwert die Vergleichbarkeit dieser Angaben.

DAAD und DZHW bitten jährlich über 40 Wissenschaftsorganisationen um Bereitstellung von Daten. Mittlerweile hat sich ein fester Kern von über 30 Organisationen herausgebildet, die kontinuierlich jährlich Daten bereitstellen. Das DZHW überführt die von den verschiedenen Institutionen jeweils nach eigenen Systematiken bereitgestellten Daten in einheitliche Schlüsselkategorien - soweit sachlich vertretbar auf Kategorien der amtlichen Hochschulstatistik -, damit sie zusammengeführt und gemeinsam ausgewertet werden können.

Die so ermittelten Daten geben nur Auskunft über einen bis heute nicht genau abschätzbaren Teil der Wissenschaftlermobilität zwischen Deutschland und der Welt. Die Wissenschaftlermobilität insgesamt ist also umfangreicher und intensiver als hier ausgewiesen. Allerdings ist es für das Jahr 2012 gelungen, die Erfassung geförderter Aufenthalte sowohl deutscher als auch ausländischer Wissenschaftler deutlich auszuweiten. Dies beruht vor allem auf verbesserte Möglichkeiten des DAAD, die von ihm geförderten Wissenschaftler zu erfassen. Zum einen wird erstmals die Mobilität auch im Rahmen von Förderprojekten erhoben, zum anderen konnte die Erfassung von Individualförderungen erweitert werden. Darüber hinaus ist es der DFG seit diesem Jahr möglich, Aussagen über die Mobilität im Rahmen der Exzellenzinitiative zu treffen. Dabei handelt es sich bei den Daten für das Jahr 2012 um Schätzungen auf Basis der für 2011 ermittelten Austauschzahlen. Und zusätzlich wurden erstmals Förderaktivitäten der EU mit einbezogen. Dabei handelt es sich um deutsche und ausländische Marie-Curie-Stipendiaten. Mit dieser Ausdehnung der Erhebungsgrundlage ist es möglich, ein umfassenderes und genaueres Bild der geförderten Aufenthalte deutscher und ausländischer Wissenschaftler als bislang zu zeichnen.

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